1. Sprechstunde: Diagnostik und Therapieplanung


Größere Myome können bei der gynäkologischen Untersuchung getastet werden. Bei der Ultraschalluntersuchung fallen schon kleinere Myome auf. Bei unklaren Befunden kann eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) oder eine Bauchspiegelung (Laparoskopie/Pelviskopie) weiterhelfen. Dabei können die Myome auch entfernt werden.

 
An der Charité bieten wir Ihnen das gesamte Spektrum der modernen Diagnose- und Behandlungsmethoden an. Myome, die keine Beschwerden machen, müssen meist nicht behandelt werden. Falls eine gewünschte Schwangerschaft nicht eintritt oder Fehlgeburten durch Myome bedingt sind, ist eine Entfernung jedoch sinnvoll. Ebenso bei auftretenden Blutungsstörungen oder Schmerzen und bei ungebremstem Größenwachstum. Fast immer ist eine Entfernung durch minimal-invasive OP-Technik (per Bauchspiegelung oder per Gebärmutterspiegelung) möglich. Die Gebärmutter kann dabei erhalten werden. Wenn Myome groß und zahlreich vorhanden sind und/oder kein Kinderwunsch besteht, kann die Entfernung der Gebärmutter sinnvoll sein.
 
Am Anfang einer Myomtherapie steht oft der Versuch einer medikamentösen Behandlung, z.B. mit einer speziellen Antibabypille oder einer anderen zeitlich begrenzten Hormon- oder Hormonrezeptortherapie stehen. 
 
Wenn dieser Behandlungsweg nicht möglich oder nicht erfolgreich ist, sollte die direkte Behandlung bzw. Entfernung der Myome geplant werden.
 
Dies kann prinzipiell auf zwei Wegen erfolgen - durch nicht- oder wenig invasive radiologische Verfahren oder durch sog. minimal-invasive operative gynäkologische Verfahren.
 
Jedes der Verfahren hat Vorteile, aber auch Nachteile und Nebenwirkungen. Nicht für jede Patientin ist jedes Behandlungsverfahren gleich geeignet. 
 
Zunächst wird Sie Ihr behandelnder Frauenarzt bzw. Ihre behandelnde Frauenärztin beraten.
Bei einer entsprechenden Überweisung können wir dann gern in unserer Klinikmyomsprechstunde besprechen, welches Verfahren für Sie das Beste ist. Wir beraten Sie in der Myomsprechstunde der Berliner Charité am Campus Virchow-Klinikum individuell, umfassend und ergebnisoffen sowohl zu Uterus-erhaltenden (d.h. keine Gebärmutterentfernung) operativen Verfahren als auch zu nicht-gynäkologischen Myomtherapieverfahren.
 
Für die Entscheidung darüber ist neben Ihren Wünschen vor allem die Größe, Lage und Zahl der vorhandenen Myom-Knoten entscheidend. Außerdem sollte in die Entscheidungsfindung einfließen, ob Sie noch Kinderwunsch haben und ob Sie prinzipiell unabhängig davon einen Erhalt der Gebärmutter wünschen. 
 
Wir beraten Sie gern und bieten Ihnen auch die verschiedenen Behandlungsmethoden im Klinikum an.
 
Bei jeder Operation und jeder nicht-operativen Behandlungsmaßnahme auch eines gutartigen Befundes sollten Sie die Risiken und Komplikationen des Eingriffs gegenüber den Vorteilen und dem (zu erwartenden) Gewinn an Lebensqualität abwägen.
 
Wir raten zumindest vor einer größeren Operation immer zur Einholung einer kompetenten Zweitmeinung.
 
Myome und Schwangerschaft
Eine Schwangerschaft ist prinzipiell auch mit einem Myom möglich, insbesondere dann, wenn es sich um ein kleines und/oder außen an der Gebärmutter befindliches Myom handelt.
 
Verschiedene Faktoren, sowohl auf Seiten des Mannes als auch auf Seiten der Frau, können das Eintreten einer Schwangerschaft verhindern.  Wenn der Mann nachgewiesen zeugungsfähig ist und es keine anderen medizinischen Gründe für die Unfruchtbarkeit eines Paares gibt, können Veränderungen in der Gebärmutter die Ursache sein. Zumindest solche Myome, die den Gebärmutterinnenraum einengen, in dem das befruchtete Ei sich einnistet und der Embryo wächst, sollten behandelt werden.
 
Bei jeder Therapiemethode, operativ oder nicht-operativ, müssen die Behandlungsrisiken gegenüber den zu erwartenden Verbesserungen der Situation für eine Schwangerschaft abgewogen werden. Nach einer Myom-Operation empfehlen wir, für einen Zeitraum von etwa drei Monate nicht schwanger zu werden. Danach sollte eine Schwangerschaft möglich sein.